Religiöse Kunst in unseren Kirchen

Jesus und die 4 Evangelisten in der Görwihler Kirche

Nun bin ich schon mehr als 2 ½  Jahre in unserer Seelsorgeeinheit und immer wieder entdecke ich in unseren Kirchen und Kapellen wunderbare Statuen, Bilder, Glasfenster und andere „Schätze“.

Die Görwihler Kirche meinte ich zu kennen, liegt sie doch meinem Arbeitsplatz im Pfarrhaus am nächsten. Wüssten Sie auf sofort, wo ich diese fünf Gestalten entdeckt habe?

Man findet sie an der rechten vorderen Seite der Kirche, nahe dem Taufbecken. Zur Zeit stehen dort gerade Stellwände mit den Bildern der Erstkommunionkinder. Beim Betrachten dieser Stellwände habe ich die Figuren an der weißen Wand plötzlich wahrgenommen und mir die Zeit genommen, sie anzuschauen. Zuerst konnte ich sie gar nicht einordnen, mir fehlte der Zusammenhang. Doch dann wurde es mir anhand der Symbole klar: Es sind die vier Evangelisten und in ihrer Mitte sitzt Jesus.

Die lehrende oder hinweisende Geste Jesu erkennt man gut. Die anderen Gestalten sind durch die Beigabe von Lebewesen oder Symbolen zu enträtseln. Der Evangelist  Markus wird mit dem Löwen dargestellt, Lukas mit dem Stier, Johannes ist der Adler zugeordnet und der Evangelist Matthäus wird  mit dem Menschen (oder Engel) abgebildet. Diese vier Symbole stammen aus dem Buch Ezechiel und der Offenbarung des Johannes. Ursprünglich wurden sie im Zusammenhang mit Jesus Christus gedeutet: Er wurde durch seine Geburt Mensch, er starb wie ein Opfertier, dann erhob er sich aus dem Grab wie ein Löwe, und stieg bei seiner Himmelfahrt in den Himmel auf wie ein Adler.

Eine andere Deutung sagt aus, dass dem Menschen die Weisheit zugeordnet ist, dem Löwen Kraft und Mut, dem Stier (oder auch Opfertier) die Fügsamkeit und dem Adler die Erhabenheit der Gedanken und Wünsche. Es war ganz spannend, nachzulesen, wie diese Symbole ausgelegt werden.

Ich denke aber, dass sich jeder von uns selbst beim Betrachten dieser Figurengruppe seine Gedanken machen kann und soll. Sie kann auf jeden Menschen anders wirken und je nach Tageslicht und Sonne ist diese Ecke der Kirche anders ausgeleuchtet. Fest steht nur, dass diese Gestalten Teile des alten Altarraums der Görwihler Kirche sind, und etwa um 1970 von ihrem Platz weichen mussten. Machen Sie sich doch mal auf die Suche und halten Sie Zwiesprache mit den fünf Statuen!

Beate Tasse


Bitte geben Sie einen Suchbegriff ein

 
 

Aktueller Wendelinusbote:

Wendelinusbote

© 2015 Kath. Kirchengemeinde Hotzenwald St. Wendelinus - Impressum - Datenschutzerklärung -  by eschbachIT