Samstag, 10.02.2024
Obwohl wir an diesem Tag schon so viel gesehen haben und ich viele Eindrücke verarbeiten musste, war der Tag noch lange nicht zu Ende.
Die Mutter von Pfarrer Thomas ist Ende Januar gestorben. In Tansania ist es üblich, dass die Menschen innerhalb vier Wochen zum Kondolieren vorbeikommen. Und so lernten wir viele Menschen kennen.
Wir saßen gemütlich im Pfarrgarten, Thomas war noch unterwegs Bier kaufen, als eine Gruppe auf uns zukam. Meine Reisebegleiter trinken sehr gerne das Bier von Tansania, wobei es die einen gab, die lieber das Bier „Kilimandscharo“ tranken und die anderen, die das Bier „Serengeti“ bevorzugten. Das Problem dabei ist, dass die Afrikaner das Bier nicht gekühlt trinken, was natürlich für einen deutschen Biertrinker nicht in Frage kommt. So war es meist kein Problem, ein Bier zu bekommen, wohl aber ein kaltes. „Baridi“ – Kalt, war das Zauberwort. Ich trank wie immer Wasser, nur Wasser.
Doch zurück
zu der Gruppe. Es war der Pfarrer aus Mkata, ein Ort, ca. 100 km entfernt, mit
Mitgliedern seines Pfarrgemeinderates. Wie sich herausstellte, spricht Pfarrer
James deutsch. Er hat in Wien Philosophie studiert und war fünf Jahre lang
Priester in München. Leider konnten wir uns nicht mit den Pfarrgemeinderäten
unterhalten, da sie kaum Englisch sprachen. Es waren auf jeden Fall Männer und
Frauen. Nachdem Pfarrer Thomas zu der Runde kam, kondolierten die Gäste und
unterhielten sich mit ihm. Aber Pfarrer James versuchte auch immer wieder, uns
ins Gespräch mit hineinzunehmen. Als die Gruppe nach etwa einer halben Stunde
ging, luden sie uns ein, sie zu besuchen. Allerdings würde das unser Zeitplan
in diesem Jahr nicht zulassen. Vielleicht besuchen wir ihn und seine Pfarrei
bei einer anderen Gelegenheit.
Kaum war der Besuch weg, als auch
schon mindestens 30 weitere Personen kamen. Schnell wurden Plastikstühle
herbeigeschafft und wir saßen in einer großen Runde zusammen.
Die Gruppe
nennt sich „Dream Team“ und Thomas gehört zu dieser Gruppe. Sie setzen sich für
die Menschen vor Ort ein. Der Leiter hielt eine Rede und auch Thomas sprach zu
der Gruppe. Für uns übersetzte er immer mal wieder, was gesprochen wurde.
Sie sprachen hauptsächlich über die
Mutter von Thomas und darüber, was für eine tolle Frau sie war.
Als sich auch
diese Gruppe verabschiedet hatte, lud uns Thomas zum Abendessen ein. Es war
gegen 21.00 Uhr und eigentlich hatte niemand Hunger. Aber wir setzten uns nach
dem obligatorischen Gebet an den Tisch und genossen die Mahlzeit. Nach dem
Essen betete Thomas immer „Für Trocken und Nass – Deo gracias“. Das hat er
bestimmt von unserem Pfarrer Stahlberger abgeschaut.
Anschließend
zog sich jeder in sein Zimmer zurück. Es war schließlich ein langer Tag mit
vielen Eindrücken, die man erst einmal verdauen musste. Und wir wussten, dass
die Nacht kurz werden würde, da um 6.00 Uhr Gottesdienst gefeiert wird.
Aus dem Erlebnisbericht 2024
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