Aus dem Erlebnisbericht vom Februar 2024

Die Therapiewoche in Hale

Montag, 12.02.2024

Nach dem Frühstück fuhren wir mit dem Pfarrbus und zwei Frauen vom Campus in verschiedene Dörfer, bzw. Siedlungen. Dort holten wir drei Frauen und ihre Kinder mit Handicap ab.

Fahrt für das Therapiezentrum in Hale, Tansaniazoom

Die Fahrt war für mich wieder interessant, da wir so das Land und seine Besonderheiten sehen konnten. Wir fuhren vorbei an Bananenstauden und Orangenbäumen. Wir sahen die besondere Vegetation von Tansania, viele Häuser und Hütten und sahen, wie die Menschen hier leben.

Die Kinder, die wir abgeholt haben und auch die Kinder, die im Laufe des Tages noch in die Betreuung kommen würden, haben oft zerebrale Störungen, Epilepsie und Krämpfe.

 
 
Therapieraum in Hale, Tansaniazoom

Der Therapieraum

Wir besuchten später auch den Therapieraum. Er hatte sich mit weiteren Müttern und Kindern gefüllt. Zwei Frauen halfen den Müttern mit ihren Kindern und zeigten ihnen Fördermaßnahmen. Zum Beispiel Holzstühle, an denen sich die Kinder aufrichten konnten. Zum besseren Halt wurden sie mit einem Tuch festgebunden. Ich vermute, dass das ihre Beine stärken sollte.
 
Zuständig für die Begleitung der Frauen und ihre Kinder – ganz selten kommt auch mal der Vater mit seinem Kind – sind Julietta Maiko, Margret Nyunga und Ester Chuma. Diese Frauen besuchen die Familien auch außerhalb der Therapiewochen und unterstützen die Familien vor Ort.
 
Der Raum ist einfach gestaltet. Einige Therapiemittel sind schon in die Jahre gekommen. Auf der einen Seite des Zimmers liegen Matratzen, auf denen die Mütter mit ihren Kindern sitzen oder liegen.

 
 

Unterernährung

Einige Kinder sind unterernährt. Das liegt nicht daran, dass sie nichts zu essen haben, sondern daran, dass sie nicht oder nur mit Schmerzen schlucken können. Wir beobachteten Mütter, die versuchten, ihren Kindern Wasser einzuflößen oder sie mit Reis zu füttern. Da kam Franz auf die Idee, dass wir Schnabeltassen besorgen könnten. So könnten die Kinder gezielter und dosiert trinken. Aber wir würden erst die Therapeutin befragen, die für Morgen erwartet wurde, ob sie das für sinnvoll hält.

 
 
Mütter-Schlafraum im Therapiezentrum in Hale, Tansaniazoom

Während wir bei ihnen sitzen, höre ich, wie sich die Frauen unterhalten und auch miteinander lachen. Es sind viele junge Frauen dabei. Ich denke, dass es für die Frauen wichtig ist, für eine Zeit aus ihren Hütten raus zu kommen, zu sehen, dass sie nicht alleine sind und auch andere ihre Sorgen teilen.
 
Der Schlafraum für die Mütter mit ihren Kindern sieht sehr einladend aus. Die Betten haben neue Matratzen und bunte Bezüge. Über ihnen hängen Moskitonetze.

Danach saßen wir im Garten. Ich strickte an meinen Babysocken, Bettina und Sandra überarbeiten mit Unterstützung von Franz das Schutzkonzept, das „Missio Aachen“ von Thomas fordert für die Therapiewochen. Thomas hatte das Schriftstück schon mit einem Team aufgesetzt. Es ging jetzt nur noch darum, ob alle Vorgaben erfüllt und an alles gedacht war. Die Sternsinger von Rickenbach und Herrischried sammeln das Geld für dieses besondere Projekt. Der Geldfluss erfolgt jedoch über das Missionswerk, was uns vor manch eine Hürde stellt und uns unsere Hilfen nicht gerade leicht machen.

 
 
Schwester Wuyinde im Therapiezentrum in Hale, Tansaniazoom

Schwester Wuyinde 

Inzwischen war auch Schwester Wuyinde da, die Therapeutin. Nachdem sie zunächst die Kinder und ihre Mütter begrüßt hatte, kam sie zu uns. Wir sprachen mit ihr über die Kinder und was sie davon hält, die Schnabeltassen zu besorgen. Würde das Sinn machen? Ja, sie war begeistert. Schnell stellte sie mit Sandra und Bettina eine Liste zusammen, die wir für die Kinder besorgen könnten. Sie würde dann den Frauen zeigen, wie sie damit umgehen können, um das Trinken und Essen den Kindern zu erleichtern.

 
 

Aus dem Erlebnisbericht 2024
Unterstützung und Alltag im Therapiezentrum in Hale
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